Ein Leben ohne Brot wäre für uns nicht denkbar. Als Nahrungsmittel gehört es zur Menschheitsgeschichte. Dass das Backen von Brot zum Beruf wurde, wird in unseren Breitengraden auf das 8. Jahrhundert datiert, also die Zeit Karl des Großen. Den freien Berufsstand des Bäckers gibt es allerdings erst seit dem 10 Jhdt.

100 Jahre später begannen die Bäcker sich in Zünften zusammen zu schließen, die Arbeitsmaterial und Rohstoffe beschafften, die Ausbildung festlegten und die Qualität der Ware prüften. Dass Brot auch für die breite Bevölkerung erschwinglich wurde, das war allerdings erst im späten Mittelalter der Fall, was dann auch zu Spezialisierungen unter den Bäckern führte. Es gab den Schwarzbäcker, der Roggen- und halbweiße Brote buk. Der Weißbäcker war für alle Sorten von Hefe- und Milchbrotwaren sowie Kuchen zuständig. Und während sich im Norden Bäcker von Schiffszwieback als Hartbäcker organisierten gab es in Süddeutschland die Zunft der Lebküchner und Pfefferküchler.

Die Bäcker heutzutage vereinen oft alle Bereiche dieses geschätzten Handwerks in einer Person. Das gilt auch für Helmut Mautner, der 1968 seine dreijährige Bäckerlehre in Eggenfelden abschloss und noch im selben Jahr eine Lehrstelle in einer Konditorei in Dingolfing antrat.

Zu diesem Zeitpunkt begann auch Anneliese Mautner ihre Ausbildung als Konditoreifachverkäuferin in Gräfelfing. Und weil beide nach ihrer Lehrzeit in München arbeiteten, führte sie ihr Weg auch durch die Gemeinde Taufkirchen(Vils). Sie waren sich schon damals einig, dass die dortige Bäckerei Holzner in der Landshuter Strasse einen idealen Standort habe.

Doch erst einmal kam für Helmut Mautner die Gesellenzeit, die Vorbereitung auf die Meisterprüfung. Die Bäckerei in Taufkirchen schien vorerst kein Thema mehr zu sein.

1976 legte Helmut Mautner erfolgreich die Konditoreimeisterprüfung ab. Im Jahr darauf war er auch Bäckermeister. Doch war es vor allem dem Zufall zuzuschreiben, dass das, was vor Jahren nur ein Gedankenspiel war, plötzlich Realität werden konnte. Ein Backmittelvertreter hatte Helmut Mautner erzählt, dass Bäcker Holzner sein Geschäft aufgeben wolle. Und da griffen die Mautners zu.